Ostern: Er-lebt

Kirche Schwübitz
Ostermorgenfeier in der Evangelischen Kirche in Schwürbitz
„Mama, warum ist dieser Morgen so ganz anders als alle anderen Morgen“ – so fragte zu Beginn der Ostermorgenfeier in der dunklen Kirche Jule ihre Mama – beide auf den Altarstufen sitzend.

In der Folge wurde von drei Sprecherinnen der Schöpfungsbericht aus der Bibel vorgelesen. Nach jedem Schöpfungstag wurde eine Kerze auf dem Altar entzündet, sodass sich der Altarraum langsam erhellte.

„Nach vielen tausend Jahren erinnerte sich Gott an sein Schöpfungswerk. Und er schaute lächelnd herab auf die Welt und auf die Menschen“ erzählt die Mama weiter.
Anschließend wurde berichtet, wie die Menschen die Schöpfung mehr und mehr zerstören. Die brennenden Kerzen wurden nach und nach gelöscht.
Es war wieder dunkel in der Kirche. „Warum ist es wieder so dunkel um uns herum?“ fragte Jule.
Mama antwortete: „Das, was Gott so gut gemacht hatte, haben wir Menschen in das Gegenteil verkehrt…

Deswegen hat Gott uns diesen Morgen geschenkt.
Hier sagt er uns: Wir dürfen wirklich von alledem freiwerden. So frei, wie es uns Gott von Anfang an zugedacht hat.“

Nach einem Gebet wurde die Osterkerze entzündet. Zwei Kinder gaben das Osterlicht an die Mitfeiernden weiter.
Viele Kerzen tauchten die Kirche in ein wunderbares Licht. Bei der Evangeliumslesung läuteten die Glocken.

geschmückte Kirche zu Ostern

In seiner Osterpredigt ging Pfarrer Matthias Hain der Frage nach: Wo ist dieser auferstandene Jesus?
Wo sprechen wir hin, wenn wir auf die Evangeliumslesung im Gottesdienst sprechen „Lob sei dir Christus“.

Dieser Satz ist das Bekenntnis, dass uns in die Kirche treibt – um Gott zu loben.
Doch wer kann diesen Lobpreis schon vollmundig sagen. Eher halten wir es mit Thomas von Aquin: „Gottheit, tief verborgen, betend nah ich dir.“

Das Mühsame des Glaubens gehört mit zu unserem Glauben. In einem alten Kirchengebet heißt es: „Barmherziger Gott, durch die jährliche Osterfeier erneuerst du den Glauben deines Volkes“.
Nicht durch das schöne Weihnachtsfest, nicht durchs Theologiestudium und nicht durch Bücherlesen.

Wir brauchen den Osterjubel immer wieder, um uns von Gott neu zusagen zu lassen, dass es sich lohnt, Jesus nachzufolgen. Also Ostern erleben, weil er lebt.
Wir dürfen mit unseren Zweifeln, die Ostern in uns auslösen und angesichts der irdischen Karfreitage, die wir zu durchleben haben, zu Jesus damit kommen, weil er lebt.

Nach der Abendmahlsfeier und dem Schlusssegen ging die Mitfeiernden zum gemeinsamen Osterfrühstück ins Gemeindehaus.

Osterfrühstück      Osterfrühstück in Schwübitz

Text und Bilder
Matthias Hain