Weihnachten ist, wo Gott uns nahe kommt

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Fest steht vor der Tür: Weihnachten. Schon seit August bekommen wir Nikoläuse und Plätzchen zu kaufen. Nun, im Advent, bereiten wir uns auf Weihnachten vor. Der religiöse Teil von Weihnachten wird den Menschen immer wichtiger: Da sind die Kirchen richtig voll. In Michelau und Schwürbitz finden zwei Gottesdienste statt, in Neuensorg sind mit ca. 200 Menschen zwei Drittel der Kirchengemeinde anwesend. Was lässt die Menschen gerade an diesem Zeitpunkt in die Kirchen strömen?

                         Adventskranz

Ich glaube, dass sich immer mehr Menschen nach einer heilen Welt sehnen. Zwar war auch die Welt vor 2000 Jahren keineswegs heil, aber die Weihnachtsbotschaft vermittelt diesen Eindruck: Gott selbst kommt zu uns Menschen auf die Erde. Er nimmt sich unser an und vermittelt schon mal einen ersten Eindruck vom Reich Gottes.

Das Kind in der Krippe bringt alle Menschen zusammen: Die bettelarmen Hirten mit den Weisen oder den Königen aus dem Morgenland. Und über all dem die Engel, die singen: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen."

Mehr als Geschenke

Auch in unseren Gottesdiensten ist das zu spüren. Denn auch hier kommen Menschen unterschiedlichster Art zusammen, die alle das Eine wünschen: Eine friedliche Gotteszeit. Die Krippenspiele und die Waldweihnacht nehmen das auf. Mit Kindern und Jugendlichen als Schauspielern wird das Geschehen nachgestellt und in die heutige Zeit übertragen. Das Geschehen von damals wird lebendig, und es wird deutlich: Das geht auch mich etwas an. Weihnachten ist eben mehr als Geschenke und Familienfest. Weihnachten ist, wo Gott uns Menschen sichtbar nahe kommt.

Die Weihnachtszeit dauert jedoch länger als nur einen Abend. Der Beginn des Neuen Jahres markiert den Zeitpunkt, an dem das neugeborene Kind Jesus beschnitten wurde (vergleichbar mit unserer Taufe). Und Epiphanias (in der katholischen Kirche "Heilige-Drei-Könige") nimmt die "Erscheinung unseres Herrn" auf. Dabei werden Geburt, Taufe Jesu im Jordan und das erste Wunder, die Wasser-zu-Wein-Verwandlung auf der Hochzeit zu Kana bedacht. Hier feiern wir die göttliche Gegenwart als Mensch: Das Kommen Gottes auf die Erde (Geburt) und der Beginn der Wirkzeit Jesu (durch Taufe und erstes Wunder) unter den Menschen.

                         Weihnachtsplätzchen

Einladung zum Epiphanias-Fest

Epiphanias wird in Neuensorg als großes Fest gefeiert: Unterstützt durch die Boxenstopp-Band aus Michelau soll deutlich werden, wie wichtig Jesus Christus für uns Menschen geworden ist. Im Anschluss findet fast eine Art Gemeindefest - nur eben im Winter - statt: Traditionell mit Glühwein und Punsch, Plätzchen und Stollen und vielen guten Gesprächen an wärmenden Feuern vor der Kirche. Dieser Höhepunkt vertieft noch einmal die Weihnachtsbotschaft der vergangenen 12 Tage und fasst sie zusammen. Das Fest bildet einen gewissen Abschluss vor Beginn des "normalen Alltags", wobei die Weihnachtszeit noch bis "Lichtmess" am 2. Februar weitergeht.

Zu diesem besonderen Gottesdienst am Dienstag, 6. Januar 2015, 17 Uhr, sind alle Gemeindeglieder aus Neuensorg, Michelau und Schwürbitz eingeladen: Noch einmal aufzuatmen, Gottes Frieden zu atmen und sich weihnachtlich zu stärken für das Neue Jahr 2015. Dazu wünsche ich Ihnen jetzt schon Gottes Segen.

Ihr Pfarrer
Roland Höhr

(Fotos: www.gemeindebrief.de)

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